Herderschule Lüneburg Austausch mit Le Havre:
Programm Franzosen in LG 31.05.-06.06.2008
| Samstag, den 31.05: |
8.30 oder 9.30 Uhr Ankunft der Franzosen am Bahnhof Lüneburg Rest des Tages in den Familien |
Sonntag, den 01.6.: |
In
den Familien |
| Montag: | Unterricht nach Plan für die deutschen Partner Franzosen:
1. Stde: Begrüßung durch Frau Brusch in der Mensa , |
| Dienstag: | Unterricht nach Plan für die deutschen Partner Franzosen:
1.-2.Stde: Teilnahme am Unterricht der 10.Klassen |
| Mittwoch: | Unterricht nach Plan für die deutschen Partner Franzosen:
1. –2. Stunde: Teilnahme am Unterricht der 10.Klassen |
| Donnerstag: | Gemeinsame Tagesfahrt nach Berlin
Abfahrt: 7.15 Uhr Abfahrt ab Herderschule |
| Freitag: | 1.-
4. Stde:Unterricht nach Plan für die deutschen Partner Franzosen: 1.- 4. Stde: Teilnahme am Unterricht der 10. Klassen 11.45: gemeinsamer Marsch zum Bahnhof 12.33: Zugfahrt nach Bienenbüttel 13.00 - ca. 16.30 Uhr: gemeinsames Paddeln auf der Ilmenau von Bienenbüttel Zentrum bis Schröders Garten 20.10 : Treffpunkt am Bahnhof Lüneburg 20.28 : Abreise der Franzosen nach Hamburg |
Seit über 30 Jahren führen die Herderschule und das Lycée Porte Océane in Le
Havre einen Schüleraustausch durch. Vornehmlich werden dabei Schüler/-innen
der Jahrgangsstufe 10 berücksichtigt. Dieser Austausch findet zur Zeit alle
2 Jahre statt.
Unsere zweite Partnerschule in Frankreich ist ein Collège in Brest. Dieser Austausch
besteht seit 8 Jahren und wird jedes Jahr mit Schülerinnen und Schülern des
9. Jahrganges durchgeführt.
Was ist Schüleraustausch und wie wird er durchgeführt???
Die deutschen und französischen Lehrer sprechen die Schüler/ innen desselben Jahrgangs an. Interessierte Schülerinnen und Schüler füllen ein Formular aus, auf dem sie z. B. ihr Alter und- ganz besonders wichtig- ihre Interessensgebiete (Sport, Musik ...) angeben. Noten spielen bei der Teilnahme am Austausch keine Rolle.
Die deutschen und französischen Lehrer versuchen dann, zueinander passende Partner zusammen zu stellen.
Das erste "Beschnuppern" der deutschen und französischen Schüler findet dann per Brief oder E- Mail statt. Die Eltern werden - bevor die Franzosen kommen oder bevor wir nach Frankreich fahren - umfassend bei einem Elternabend über den Ablauf des Austausches informiert.
Meist kommen die Franzosen zuerst zu uns. Sie werden bei ihren deutschen Partnern wohnen, mit ihnen zur Schule gehen, am Familienleben teilnehmen, Lüneburg entdecken (und zwar nicht nur die Discos!) und Ausflüge in die nahe und etwas entferntere Umgebung (z. B. Hamburg/ Lübeck) unternehmen.
In dem Zeitraum um Himmelfahrt wird dann die deutsche Gruppe den Gegenbesuch machen. Auf dem Programm in Le Havre stehen z.B. der Empfang beim Bürgermeister von Le Havre, der Besuch des Museums "Andé Malraux" (frz. Impressionisten) und die Besichtigung des "Mémorial" in Caen. Auch unsere Schüler/ innen werden ihre Austauschpartner in den Schulunterricht begleiten, und auf diese Weise das französische Schulsystem näher kennen lernen. Auf der Rückfahrt verbringen wir in der Regel einen Tag in Paris und kehren mit vielen neuen Eindrücken nach Lüneburg zurück.
Aus diesem Austausch haben sich lebenslange Freundschaften ergeben: Zwischen den deutschen und französischen Schülerinnen und Schülern und zwischen den deutschen und französischen Lehrerinnen und Lehrern.
Das Wissen um Gemeinsamkeiten, das Akzeptieren und Respektieren von Unterschieden macht uns zu Partnern, zu Freunden.
"Aufstehen, sonst kommen wir zu spät", weckt mich mein französischer Austauschpartner, der mir in so kurzer Zeit in Le Havre sehr vertraut geworden ist.
Beim letzten gemeinsamen Frühstück mit meiner Gastfamilie fällt mir auf, wie schnell ich mich eingelebt hatte. Die französische Sprache, die mir vorher so schwer fiel, fällt mir nun "fast" so leicht wie meine Muttersprache. Auch meine Gasteltern verstehe ich heute morgen mit weniger Problemen, wo sie mir doch am ersten Abend alles mehrmals wiederholen mussten. Doch die Stimmung ist gedrückt. Schnell noch meine letzten Sachen eingepackt, da bemerke ich, dass diese Leute mir fehlen werden und dass ich trotz aller erlernten Floskeln mich nicht für alles Erfahrene so bei meiner Gastfamilie bedanken kann, wie sie es verdient hätte. In Gedanken zieht diese Fahrt an mir vorbei:
Angefangen hatte unsere Reise mit einem Aufenthalt in Paris.
Wir (19 Zehntklässler) unternahmen nach der Anreise im Nachtzug eine Sightseeing-Tour, hervorragend geführt und gemanaged durch Frau Dietel und Herrn Haus, inklusive einer Fahrt auf der Seine und einer Eifelturmbesteigung bei nacht. Für die meisten ein unvergessliches Erlebnis. Erste sprachliche Erfolge wurden bei der Abwehr der Straßenhändler verzeichnet. Am darauffolgenden Tag konnten wir Paris in Kleingruppen auf eigene Faust erkunden. Unsere Ziele reichten vom Besuch des Louvre über das Shopping in den Galéries Lafayette bis zum Bummel durch Chinatown. Nach dem Abholen unseres Gepäckes verließen wir Paris, zum Bedauern vieler. Viele Gerüchte über diese Metropole hatten sich bewahrheitet, und manche als falsch erwiesen. Auf der Zugfahrt nach Le Havre wurden schon die ersten Pläne für eine erneute Reise nach Paris geschmiedet.
Nach der herzlichen Begrüßung im Bahnhof von Le Havre wurden wir schon in die Obhut der einzelnen Gastfamilien übergeben. Nun begann der Teil des Austausches, wegen dem die meisten schon seit Paris aufgeregt waren. Hektisch und aufgeregt wurden die Begrüßungsfloskeln ausgetauscht. Nun folgte die Gewöhnung aneinander in den einzelnen Gastfamilien.
Alle wurden herzlich empfangen und untergebracht. Mancherorts, wo kein Gästebett zur Verfügung stand, wurde sogar das eigene Bett für den deutschen Austauschpartner freigemacht. Erste neue Erfahrungen wurden am Abend mit der teils etwas befremdlichen Esskultur gemacht. Wir waren unseren Partnern bereits lange vor Beginn des Austauschs anhand gemeinsamer Interessen zugeordnet worden. So kam bei mir und meinem Partner nie zu Gesprächslücken oder Langeweile kam. Schnell wurde klar, welche Vokabeln zum "Überleben" in den Familien von Nöten sind - es sind gar nicht so viele... Bei Schwierigkeiten war pantomimisch, manchmal mit Händen und Füßen unmissverständlich darzustellen, was wir wollten.
In den nächsten Tagen folgten diverse Aktivitäten in unserer Partnerschule, dem Lycée Porte Océane und in Le Havre. Wir haben das französische Schulsystem erklärt bekommen und durch Teilnahme am Unterricht von innen kennen gelernt, das Kunstmuseum besucht, eine Stadtrallye unternommen. Täglich wurde miteinander das Neuentdeckte, das Erlernte sowie neue Erfahrungen ausgetauscht und verglichen.
Jetzt auf der letzten Fahrt zum Bahnhof durch Le Havre ist zum ersten Mal zwischen uns Stille.
Am gestrigen Himmelfahrtstag hatten wir uns erst völlig verstanden und nun folgte schon der Abschied. Es kam in der Tat zu diversen unterdrückten und ununterdrückten Tränen auf beiden Seiten. Und so verließen wir Frankreich. Mit guten Erfahrungen und dem Bedauern, dass der Austausch nur eine Woche umfasste.
Jannik Büttner
In Frankreich, erstes Treffen der deutschen Schüler/ innen und Lehrer/ innen nach der Ankunft, morgens in der Schule. Eine aufgeregte Schülerin: