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Bericht über die Lesung von Arno Geiger

Am 19.02.2008 kam der österreichische Autor Arno Geiger an die Herderschule um aus seinem Bestseller "Es geht uns gut" vorzulesen. Diesen Familienroman, der mit dem deutschen Buchpreis 2005 ausgezeichnet wurde, hatte einer der drei Deutschkurse auf erhöhtem Niveau bereits gelesen und besonders diese Schüler waren jetzt sehr gespannt den Autor persönlich kennen zu lernen. Das Wort "persönlich" trifft auf diese Veranstaltung besonders gut zu, denn Arno Geiger war überaus natürlich und hatte keine "Star-Allüren", wie Einige erwartet hatten.

Nachdem er den zu lesenden Auszug des Romans ein wenig in den Kontext eingebettet hatte, begann er mit der Lesung. Er hatte eine prägnante Stelle ausgewählt und seine ausdrucksvolle Betonung bereicherte sie nur noch mehr. Er sorgte für Lacher im Publikum, aber konnte auch die traurigen Stellen des Textes besonders veranschaulichen.
Anschließend blieb genügend Zeit für Fragen, die Arno Geiger wohlwollend beantwortete, ohne dabei ein Blatt vor den Mund zu nehmen. So erzählte er zum Beispiel, dass er ganze vier Jahre an "Es geht uns gut" gearbeitet habe und diese Arbeit nur mithilfe des ABRAHAM-WOURSELL-AWARDS finanzieren konnte. Er berichtete, dass er den Roman so aufgebaut habe, dass er immer genau wisse, wie sich alles zusammenfüge. Bevor das nicht feststehe, beginne er nicht mit dem Schreiben. Dann jedoch, stehe er morgens auf und schreibe, "bis er abends vom Stuhl fällt". Verändern muss man letztlich nicht mehr viel - schließlich ist, wenn der Text entsteht, alles schon genauestens durchdacht. Geiger kennt seine Charaktere bis ins kleinste Detail. er versucht sich als Autor beim Schreiben in den Hintergrund zu stellen und nur seine Charaktere mit dem Rezipienten in Verbindung treten zu lassen. So bleibt Raum für die Fantasie der Leser. Denn, so der Autor, "man soll den Leser nicht unterschätzen". er schreibt deswegen auch nicht sehr deskriptiv. "Wenn jemand zum Beispiel das Wort ´Venedig´ hört, hat er automatisch ein Bild im Kopf. Was soll da noch das Ganze blablabla drumherum?!" Deswegen ist sein Schreibsttil jedoch nicht langweilig oder beschränkt sondern besonders vielseitig.

Insgesamt ist zu sagen, dass es eine tolle Veranstaltung geworden ist, die in der Schülerschaft auf positive Resonanz gestoßen ist. Geigers Erzählen hat viele Denkanstöße geliefert und macht Lust auf mehr! Es ist einfach eine große Bereicherung, nicht nur für den Unterricht, wenn die Möglichkeit besteht, einen Autor zu treffen, der von seiner Arbeitsweise, seinem Werdegang und seinem Werk so offen erzählt, wie Arno Geiger.

Sarah Lodder, Deu eN Hr. Goth

 




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