
Die Herderschule kann nicht - wie
viele andere Gymnasien - auf eine längere Geschichte verweisen. Sie ist
eine Schule ohne Tradition. Sie hat dennoch keinen Grund, sich den anderen
Gymnasien der Stadt unterlegen zu fühlen. [...]
Hans Heinrich Stelljes (Oberstadtdirektor) am 17.04.1970 zum
20jährigen Jubiläum der Herderschule
[...] Die Herderschule wurde zu einer Zeit gegründet, als das Schulwesen
bedingt durch die unmittelbare Nachkriegszeit und das rapide Wachsen der Einwohnerzahlen
unserer Stadt einer besonderen Belastungsprobe unterworfen war. [...]
Ein einschneidendes Datum in ihrer Schulgeschichte markiert das Jahr 1970,
als sie aus den längst zu eng gewordenen Raumverhältnissen in Ochtmissen
in das heutige Schulgebäude umzog. [...]
Seither hat es in Zielen und Inhalten des Schulunterrichts vielfältige
Neuerungen gegeben, neue Lehrpläne und -inhalte traten in Kraft.
Grußwort der Stadt Lüneburg im Mai 1990 zum 40jährigen
Jubiläum der Herderschule
Die Herderschule Lüneburg ging aus der Höheren Privatschule Lüneburg
hervor, die zwar schon 1949 in einigen Arbeitsgemeinschaften betrieben, doch
erst am 20. Juli 1950 in unserer Stadt rechtlich existent wurde mit der Eintragung
ihres Trägers, des Schulvereins Höhere Privatschule Lüneburg,
in das Vereinsregister des Amtsgerichts Lüneburg. Zum 1. August 1951
siedelte die Schule vom evangelischen Gemeindehaus An den Reeperbahnen nach
Ochtmissen, Haus Nr. 6, in das niedersächsische Bauernhaus über.
(1785 erbaut, diente es im Zweiten Weltkrieg als Kinderheim). Schon im Januar
1954 war das Gebäude in Ochtmissen bei der weiter angestiegenen Schülerzahl
nicht mehr groß genug. Zusätzlich mietete der Schulverein in dem
z. T. noch von Flüchtlingen bewohnten Haus Lüner Damm 12 drei weitere
Zimmer. Allerdings erwies sich die Teilung als ungünstig, da die Einheit
der Schule nicht mehr gegeben war. Am 15.12.1958 beschloss die Stadt Lüneburg
in ihrer Ratssitzung mit 21 gegen 3 Stimmen und einer Enthaltung, die Trägerschaft
für die Herderschule zu übernehmen, und am 09.05.1959 genehmigte
der niedersächsische Kultusminister die Übernahme der Herderschule
durch die Stadt. Der Schulverein Höhere Privatschule Lüneburg löste
sich aber nicht auf, sondern wandelte sich in enger Verbundenheit mit der
Schule in den Verein der Eltern und Freunde der Herderschule e. V., der bis
heute existiert und die Schule immer wieder großzügig unterstützt.
Im 19. Mai 1967 wurde der Grundstein des Neubaus der Herderschule am Ochtmisser
Kirchsteig 27 gelegt. Am 28. Mai 1969 wurde Richtfest gefeiert, und am 8.
August 1969 übergab Oberstadtdirektor Stelljes der Schule das Hauptgebäude
zur Nutzung durch nun fast 600 Schüler.